Atomkraftwerke und deren Funktion
Den Begriff Atomenergie prägte 1899 Hans Geitel für die, durch Kernreaktion und radioaktive Umwandlung, freiwerdende Energie. Hätte man zu seiner Zeit schon über den Aufbau von Atomen Bescheid gewusst, wäre es zu dieser Begriffsdefinition sicher nicht gekommen. Unter Berücksichtigung der heutigen naturwissenschaftlichen Kenntnisse lautet der korrekte Fachbegriff Kernenergie. Dieser Begriff schließt insbesondere das Wissen um den Atomkern mit ein.
Spricht also umgangssprachlich von einem Atomkraftwerk (AKW), so meint man in der Fachsprache ein Kernkraftwerk (KKW). Diese Bezeichnung ist durch die DIN Norm ISO 921/ 834 geregelt. In so einem Kraftwerk wird durch induzierte Kernspaltung elektrische Energie erzeugt. Dieser Vorgang geschieht in einem Kernreaktor, durch Spaltung von Atomen. Dafür werden Brennstoffelemente, die auch als Brennstäbe bezeichnet werden, eingesetzt. Die so gewonnen Energie ist die kinetische Energie der Spaltneutronen und Spaltprodukte. Durch Abbremsung im umgebenden Material wandelt sie sich in Wärme um.
Wie ein Öl- oder Kohlekraftwerk gehört auch das Kernkraftwerk zu den Dampfkraftwerken. Zur Gewinnung von elektrischer Energie wird eine Dampfturbine angetrieben. Anders als bei diesen Kraftwerken wird die benötigte Wärme jedoch nicht durch Verbrennung von Fossilen Brennstoffen, sondern durch das Freisetzen von Kernenergie in einem Kernreaktor, gewonnen. Die so entstehende Wärme wird zur Erzeugung von Dampf genutzt. Als primäres Kühlmittel und als Transportmittel der freigesetzten Wärme werden die Medien Helium, Co2, oder ein flüssiges Metall eingesetzt. Diese geben die Wärme an einen weiteren Kühlkreislauf mit Wasser ab. Das Erzeugen elektrischer Energie geschieht indirekt durch den entstehenden Wasserdampf, der über eine Turbine einen Generator betreibt. Die erzeugte elektrische Energie kann direkt ins Stromnetzwerk eingespeist werden. Der so gewonnene Strom ist verglichen mit anderen Möglichkeiten der Stromgewinnung, beispielsweise durch Wind- oder Wasserkraft, am günstigsten.
Um eine sichere und effiziente Stromgewinnung zu gewährleisten besteht ein Kernkraftwerk aus mehreren Blöcken, welche unabhängig voneinander für das Erzeugen von elektrischen Strom genutzt werden.
Derzeit sorgen weltweit 210 Kernkraftwerke mit insgesamt 439 Reaktorblöcken für den täglichen Strombedarf.
Eines der größten Probleme, welches mit der Gewinnung von elektrischem Strom einhergeht, ist die sichere und umweltverträgliche Entsorgung bzw. Lagerung der abgebrannten Brennstäbe. Dieses radioaktive Abfallprodukt stellt eine große Gefahr für alle Lebewesen auf dieser Erde dar und ist darum auch einer der wichtigsten Kritikpunkte für Atomkraftgegner, da auch die mögliche gesundheitliche Belastung für den Menschen nicht zu unterschätzen ist. Ein Vergleich von privaten Krankenversicherungen in einem PKV-Netzwerk lohnt sich daher immer!