Kohlekraftwerke und deren Funktion


Kohlekraftwerke werden mit Braun- oder Steinkohle betrieben. Die Kohle wird hierzu gemahlen und getrocknet, den daraus entstehenden Staub bläst man in einen Brennraum, wo die Verbrennung stattfindet. Die dabei entstehende Hitze bringt Wasser zum Verdampfen. Diesen Dampf leitet man durch Turbinen und stellt so elektrischen Strom her.

Die bei der Verbrennung entstehenden Abgase und sonstigen Rückstände müssen gemäß strenger Umweltgesetze noch behandelt beziehungsweise gereinigt werden. So werden die gasförmigen Schadstoffe gründlich gefiltert, ehe sie über Schornsteine an die Luft gelangen. Dies geschieht in der Regel in mehreren Schritten, mittels Rauchgasentstickung, Entstaubung und Entschwefelung. Die anfallende Asche kann als Baustoff verwendet werden. Der heiße Wasserdampf wird über große Kühltürme, wie sie auch bei Atomkraftwerken typisch sind, wieder zu Wasser kondensiert, abgekühlt und dann für gewöhnlich in einen nahe gelegenen Fluss abgeleitet.

Der Anteil des durch Kohlekraftwerke produzierten elektrischen Stroms liegt in Deutschland bei 24 Prozent für Steinkohle und 27 Prozent Braunkohle. Für die gesamte Energieproduktion, also beispielsweise auch Fernwärme etc. lag der Steinkohle-Anteil im Jahr 2007 bei 14,1 Prozent, der Braunkohle-Anteil bei 11,7 Prozent. Der wesentliche Nachteil von Kohlekraftwerken, besonders im Vergleich zu Wasser- und Kern-Kraftwerken liegt in der Umweltbelastung. Schwefeloxide, Stickoxide und Stäube, letztere besonders im Zusammenhang mit der Feinstaub-Debatte problematisch, belasten trotz moderner Filtersysteme stark die Atemluft. Außerdem wird beim Verbrennen von Kohle auch sehr viel Kohlendioxid erzeugt, ein Gas, das früher als harmlos angesehen wurde, heute aber als maßgeblicher Faktor für den sich vollziehenden Klimawandel angesehen wird.

Für die deutsche Wirtschaft dagegen ist Kohle so lange ein wichtiger und auch finanziell lohnenswerter Brennstoff, als das Land über große eigene Kohlevorkommen verfügt und deshalb unabhängiger von Energie-Importen wie Gas und Öl aus Drittländern macht. Wie bei all diesen fossilen Brennstoffen ist aber mittel- bis langfristig ein Ende der Ressourcen absehbar. Kommt es zu Engpässen, steigen meist die Gastarife rasant an, wodurch eine nicht unwesentliche Abhängigkeit entstehen kann. Deshalb arbeiten Wissenschaftler an einer Verbesserung des Wirkungsgrades der Kohlekraftwerke, womit allgemein das Verhältnis von abgegebener Leistung zu zugeführter Leistung gemeint ist. Dieser liegt derzeit weltweit bei zirka 31 Prozent. Je höher der Wirkungsgrad ist, desto weniger Kohle benötigt man zur Generierung der gleichen Energiemenge, wodurch der Brennstoff Kohle entsprechend länger halten würde.

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